Spanien – Wuesten, Mad Max und andere Seltsamkeiten

Von Richard Lehmann / März, 29, 2014 / 0 Kommentare

Unsere weitere Reise führt uns über Cordoba ins Landesinnere bis nach San José an der Südostküste. Unterwegs entdecken wir abseits einer Hauptstraße ein riesiges Hinweisschild „Ein Kilometer bis zu den Schluchten von Almeria und Mini-Hollywood. Der Schauplatz vieler berühmter Westernfilme“
Cool! Wir sind begeistert. Auf zu dem Originalschauplatz vieler Italo-Western, Bud Spencer und Terence Hill Klassikern und des Kultfilms Mad Max.
An der Einfahrt zur Westernstadt erwartet uns…naja, nennen wir ihn einfach Türsteher-Kalle und verlangt einen Eintrittspreis, der jenseits jeglicher Vernunft liegt. Da wir brave Touristen sind, bezahlen wir wortlos den Sold und fahren mit gemischten Gefühlen durch das Tor.
Wie sich später noch herausstellten sollte, hat Kalle noch zwei Brüder, Alkoholiker- Kalle und Heroin-Kalle. Diese beiden Krönungen unserer Schöpfungsgeschichte sind, wie sollte man es auch anders vermuten für die Musik und die Bar zuständig. Man, die Typen sind dicht bis unter die Haarspitzen. Irgendwann vor vielen Jahren sind die von ihrem Trip nicht mehr zurückgekehrt.
Zusammen mit den drei Brüdern, einem kläffenden Hund, drei verwahrlosten Pferden (man soll angeblich auf ihnen durch die Westernstadt reiten können) und zehn Hühnern sind wir die Einzigen in dieser gottverlassenen Stadt.
Unter ständiger Beschallung aller möglichen „Oh Susanna“ Versionen, welche GEMA-frei zu erwerben waren, treten wir unseren Trauermarsch durch das Filmset an. Da hat sich Heroin-Kalle aber ein feines Lied rausgesucht.
Fotos machen wir so gut wie keine. Es ist nicht wirklich schön hier. Dieser Ort hat seine beste Zeit vor einigen Generationen hinter sich gelassen.
Gut. Gesehen, gelacht, gestrichen. Schnell steigen wir wieder ins Auto, bevor der nüchternste der drei Schluchtenbewohner auf die Idee kommt, uns die Räder zu demontieren, und fahren davon.
Am Nachmittag kommen wir endlich in San José an. Nachdem wir in unserem Hostel eingecheckt haben, leihen wir uns zwei Fahrräder und erkundigen die Umgebung. Ja, wir können auch sportlich.
Es geht über unwegsame Schotterwege und vielen Hügelketten vorbei an steilen Küstenabschnitten. Teilweise ist der „Weg“ so sehr mit kleineren Felsbrocken übersäht, dass wir lieber absteigen und die Räder querfeldein schieben. Weit uns breit sehen wir nichts weiter als unseren eigenen Schatten.
Ich liebe es hier.
Erika nicht (Anfang…später findet sie auch Gefallen)
Da wir ja vorbildliche Touristen sind, haben wir natürlich keine Sonnencreme eingepackt. Was soll‘s, im Fahrtwind merkt man sowieso nicht, wie Gesicht, Nacken und Unterarme in der Sonne vor sich hin braten.
Wir fahren mit wunderbar rot leuchtenden Nasen am frühen Abend im Hostel vor. Nun kann uns auch wirklich jeder von den Einheimischen unterscheiden. Zwei rotleuchtende Weißbrote mit je einem klapprigen Fahrrad. Ein Bild für die Götter.
Morgen geht es weiter nach Málaga. Hier sind wir mit Mari-Carmen zu einem Fotoshooting verabredet, welche wir in unserer letzten Spanienreise kennengelernt haben. Man, ich freu mich wie verrückt schon die ganze Reise darauf.

(Klick auf Bilder für größere Ansicht)

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